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Es ist einer der schönsten Anblicke: ein friedlich schlafendes Baby. Säuglinge brauchen Geborgenheit und Verlässlichkeit. „Im Bauch der Mama war es umhüllt von kuschlig warmen Strukturen“, erklärt Hebamme Ulrike Heinze, Praxis „Kullerbauch“ in Augustusburg. „Nach der Geburt musste das Kind hinaus in die weite Welt, ganz Neues, Ungewohntes kam auf das kleine Menschlein zu. Bereits als Ungeborenes bekommt es  die Routinen und den Lebensrhythmus der Mutter mit, gesteuert über ihr Nervensystem und die dazugehörigen Hormone, die eine Balance herstellen können. Je nachdem wie die Schwangerschaft geprägt ist: von Stress oder Ruhe; gutem oder schlechtem Schlaf.“

Wenn ein Baby geboren wird, verlässt es die ureigensten Hüllen seines SEINS, in denen es sich entwickelt hat. Dieses Hüllensystem bietet Schutz, Geborgenheit, Wärme, Liebe und Vertrauen, bestehend aus Gebärmutter, Fruchtwasser und dem Mutterkuchen. Es diente der Entwicklung und dem Wohlbefinden des Kindes.

 

Damit sich der Säugling in das Schlafen einfinden kann, braucht es – besonders in der ersten Zeit – viel Nähe von den Eltern und ein liebvolles Umfeld. Deshalb sollte das Babybettchen im Elternschlafzimmer stehen.

Folgende Einschlafrituale können hilfreich sein:

  • Ein fester Tagesablauf trägt dazu bei, um sich in den Schlafrhythmus einzupendeln. Darum ist es wichtig, das Baby immer zur gleichen Zeit ins Bettchen zu bringen, damit es sich an einen regelmäßigen Schlaf zu festen Zeiten gewöhnt.
  • Gewohnheiten begleiten das Kleine auf dem Weg ins Bett, zum Beispiel wirkt ein Bad sehr beruhigend, auch sanftes Eincremen kann helfen.
  • Beim Anziehen eines Schlafanzugs oder Babyschlafsacks berührt der kuschelige Stoff die Haut und kann das Baby müde werden lassen.
  • Die richtige Schlafkulisse ist wichtig, gedimmtes Licht und eine ruhige Umgebung.
  • Ein Gutenachtlied singen und ein kleines Kuscheltier im Bettchen schaffen Wohlbehagen. Eine leise Spieluhr aufziehen kann ebenfalls helfen. Beruhigende Sounds wie Meeresrauschen, „Mutterleibs-Geräusche-Playlists“ oder ein leises Knistern können für Babys entspannend sein.
  • Viel Nähe und Kuscheln gibt dem Kind das Urvertrauen zurück. Es kann sich so viel besser entspannen, wohlfühlen und damit auch den Schlaf fördern.
  • Zudem lassen sich die Hüllen aus der Schwangerschaft wunderbar nachahmen. In einem Tuch, oder Baumwollwindel pucken, anschließend in einer Bio- Baumwolldecke einwickeln und ein getragenes T-Shirt dazu gelegt.
  • Darüber hinaus kann man mit einem Stillmond eine Gebärmutter als äußere Hülle nachahmen.

Beim Schlafen im ersten Lebensjahr ist jedes Baby anders. Es dauert unterschiedlich lang, bis ein Tag-Nacht-Rhythmus entwickelt wird, zwischen Hunger und Sättigung, Schlafen und Wachsein. Vor allem in den ersten drei Monaten braucht das Baby engen Körperkontakt zur Mama, um ihre Nähe zu spüren und sich sicher und geborgen zu fühlen. Es braucht die Erfahrung, dass seine Signale verstanden werden. So entsteht das Gefühl von Nähe und Verlässlichkeit.

„Schon im Mutterleib, ungefähr ab der 36. Schwangerschaftswoche, erlebt der Fötus unterschiedliche Phasen des Schlafens, Träumens und Wachseins“, beschreibt Ulrike Heinze. „Den Schlaf-Wach-Rhythmus, den das ungeborene Kind am Ende der Schwangerschaft hat, führt der Säugling zunächst fort. Im Laufe des ersten Lebensjahres wird der Anteil des Wachseins und des Erlebens immer größer. Auch der Nachtschlafzeitraum verlängert sich.“

Ab wann schlafen Babys durch?

Es ist völlig normal und auch für die Entwicklung der Säuglinge wichtig, dass sie in den ersten drei Lebensmonaten mehrmals wach werden. Sie haben in diesem Alter einen leichten Schlaf, der es ihnen ermöglicht, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und aufzuwachen, z.B. bei Hunger, wenn ihnen kalt oder die Windel voll ist. Ein einmaliges Aufwachen ist nachts bis zum sechsten Monat möglich, um eine oder mehrere Mahlzeiten einzunehmen.

Nach dieser Zeit schlafen viele auch tatsächlich sechs bis acht Stunden durch.

Auf den Schlaf einstimmen

In der letzten Stunde vor dem Schlafengehen, sollte das Kind langsam zur Ruhe kommen, nicht mehr spielen oder sich beschäftigen.  Durch immer gleiche Rituale und Abläufe, auch was den Schlafplatz und Schlafumgebung betrifft, entsteht das Gefühl der Regelmäßigkeit. Das Baby wird nicht plötzlich ins Bettchen gelegt. Nach und nach lernt das Baby, was zu erwarten ist, wenn es müde wird und findet so besser in den Schlaf.

Empfehlung für die frischgebackenen Eltern

Für junge Eltern ist die erste Zeit mit ihrem Kind nicht nur glücklich, sondern auch anstrengend. Wenn die Kleinen nachts oft aufwecken, bekommen die Erwachsenen nicht genügend Schlaf. Deshalb sollten Eltern auch gemeinsam auf sich achten und Selbstfürsorge pflegen. Damit dies gut gewährleist werden kann, braucht man eingebaute Pausen zum Luft holen und Kraft tanken. Mal kurz für sich sein, gutes Essen und Trinken genießen, Liebe und Empathie entgegenbringen.

Titelbild von Superingo und Tomsickova | Adobe Stock